Richtig Ernten – aber Wie?

No Comments

Vergrößerung um den Faktor 25, mit dem sich einzelne Harztropfen genau begutachten lassen. Aber auch eine Lupe vom Faktor io erlaubt einen Blick auf die Farbe, Form, Größe und Stabilität der Harztropfen.

Ich entscheide mich für die komplette Ernte einer Pflanze, wenn 20 % oder mehr der Harz­tropfen die Erntekriterien erfüllen und ihre Farbe von durchsichtig zu Bernstein wech­seln. In diesem Zusammenhang möchte ich nicht versäumen zu erwähnen, dass es einige Cannabissorten gibt, bei denen die Bernstein­farbe kein Indiz für die Reife darstellt. Bei die­sen Sorten schaue ich nur darauf, wie viele Harztröpfchen bereits abgefallen sind.

Es sollte klar sein, dass sich die Harztröpf­chen auf älteren Blättern und Blüten anders entwickelt haben als die auf den noch ganz jungen Pflanzenteilen. Ich praktiziere anfangs die Sache mit dem variablen Ernten, um so Er­fahrungen zu sammeln, wann der beste Zeit­punkt gekommen ist. Und gerade bei Sorten, wo es zwischen io und 25 Tagen von den er­sten bis zu den letzten Reifezeichen dauern kann, lassen sich so sehr interessante und unterschiedliche Endprodukte ernten.

Richtig Ernten05Ich habe einige Grower kennen gelernt, die ihre Pflanzen erst im letzten Augenblick ern­ten, da sie der Meinung sind, dass es sich für sie mehr lohnt, wenn sie möglichst viel Blüten­masse ernten. Die Wirkstoffqualität und der Geschmack sind ihnen dabei weniger wichtig. Tatsächlich bildet die Pflanze bis zum Schluss stetig neue Blüten. Doch ab einem gewissen Punkt — wenn mehr als 20 Prozent der Harz­tropfen reif sind — erkauft man die steigende Menge durch eine sinkende Qualität.

Spülen, Schneiden, Säubern und Trocknen der Blüten

Während sich die Pflanzen in der Blütephase befinden, lagern sie eine Vielzahl von Salzen und anderen Substanzen in den Blüten ein, die sich eher negativ auf den späteren Kon­sum auswirken würden. Deshalb ist es sinn­voll und wichtig, zwischen fünf und zehn Ta­gen vor der geplanten Ernte die Pflanzen nur noch mit reinem Wasser zu spülen. In dieser Zeit bekommen sie keine Nährstoffe mehr, al­lerhöchstens Produkte aus dem Growshop, die den Spülvorgang unterstützen. So soll er­reicht werden, dass die Pflanzen die in ihnen enthaltenen Nährstoffsalze abbauen.

Das Komplizierte an der Sache ist, dass man schon ein paar Tage vorher wissen muss, wann die Pflanzen geerntet werden können. Dazu beobachte ich die »Trends«, die mir Blüten und Harztropfen zeigen. Aus den Erfahrungen mit dem variablen Ernten weiß ich, worauf ich bei der jeweiligen Sorte achten muss.

Ist der Spülvorgang nach ein paar Tagen ab­geschlossen, kommt endlich der Moment für die Ernte. Doch was ist mit der heiß geführten Diskussion, ob besser am Ende der Dunkelpe­riode oder besser am Ende der Beleuchtungs­periode geerntet werden soll?

Die Antwort auf diese Frage lässt sich finden, wenn man sich vor Augen hält, wie die Harz­tropfen in der jeweiligen Phase reagieren. In­tensives Licht und Wärme scheinen sich nega­tiv auf die Harzkristalle auszuwirken. Es gibt einige wissenschaftliche Hinweise, die den Schluss nahelegen, dass am besten zum Ende der zwölfstündigen Dunkelperiode geerntet werden sollte.

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, wo man sich fragen kann, wie denn am besten ge­erntet wird. Wie so oft gibt es auch hier un­terschiedliche Methoden, um zum selben Ziel zu kommen. Eine gängige Praxis ist, die kom­plette Pflanze über der Wurzel abzuschneiden und am Stück mit dem Kopf nach unten zum Trocknen aufzuhängen. Das geht schnell und bedeutet nicht viel Arbeit, hat aber den Nach­teil, dass der Trocknungsprozess relativ lange dauert, da die Feuchtigkeit aus den Stängeln und Blättern in die Blüten zieht und diese nur langsam trocknen lässt. Deshalb entfernen viele Grower zumindest die größeren Blätter. Und wer es noch eiliger hat, entfernt alle Blü­tenstände von den Stängeln, säubert sie von größeren Blättern und trocknet nur noch die fertigen Blüten auf speziellen Trocknungsnet­zen.

Die beim Säuberungsprozess anfallenden Schnittreste sind keinesfalls Abfall. Es gibt mittlerweile einige gute Methoden, um auch aus den Resten die vorhandenen Harzkristalle zu lösen und zu hervorragendem Haschisch zu verarbeiten. Auf fast allen Pflanzenteilen von Cannabis lassen sich — mehr oder weniger ­Harzkristalle finden.

Ich möchte in diesem Zusammenhang nur auf die Firma »Pollinator« aus Amsterdam hin­weisen, die mit ihren Pollinatoren (Trommel­siebe) und dem Ice-O-Lator

  • hydrosystem eigenbau
  • frisch geerntete Cannabis blüten
  • hanf blüten schrumpfen
  • Cannabis indica erntereif
  • blütephase dauer weed

 


No Comments