Richtig Ernten – aber Wie?

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Rückschlüsse auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Stadien ziehen. Meistens lade ich mir dazu ein paar erfahrene Freunde ein, lege etwas Pink Floyd oder Tangerine Dream auf und veranstalte eine kleine Test-Party. Doch ich sage meinen Freunden immer, sie sollten vorher zwei bis drei Tage nichts rauchen, um die Wirkung und den Geschmack der Proben beurteilen zu können. Aus diesem Grund gibt es pro Test auch immer nur Blüten aus einem Stadium.

Mir bringt das jedes Mal eine Menge inte­ressanter Feedbacks und es hilft mir bei der Entscheidung, welcher Moment für die Ernte einer Sorte am besten ist. Und es zeigt mir, wie unterschiedlich die selbe Pflanze zu un­terschiedlichen Zeitpunkten sein kann, so­wohl im Aroma als auch in der Wirkung. Das bringt uns zurück zu den Weintrauben, die auch nur dann geerntet werden, wenn es der passende Moment ist. Zu warten, bis alle reif sind, und sie auf einmal zu ernten, würde zu einer schlechteren Qualität führen. Und so ist es auch beim Cannabis. Auch hier können die Blüten einer Pflanze zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen.

Richtig Ernten04Das »variable Ernten« eignet sich besonders bei Sorten mit einer komplexen Genetik und der Neigung, unterschiedliche Phänotypen auszubilden. Zu diesen Sorten gehören »Jack Herer« und die »Black Domina«. Das Ganze macht weniger Sinn bei »einfach gestrickten« Sorten wie der »Northern Lights« oder der »Afghani«.

Bestimmung des exakten Erntezeitpunkts

Woran erkenne ich nun sicher, dass der opti­male Zeitpunkt für die Ernte gekommen ist? Ein Weg wäre, von vorneherein auf Sorten zu set­zen, die stabil und gut dokumentiert sind, und für die der Züchter ein konkretes, möglichst kleines Zeitfenster für das Ende der Voll-Blü­te angeben kann. So gibt es heutzutage Sor­ten, für die beispielsweise eine Blütezeit von 55 Tagen angegeben wird. Kommt diese Aus­sage von einer renommierten Samenbank, die für ihre stabilen Sorten bekannt ist, kann man davon ausgehen, dass die Pflanzen unter nor­malen Bedingungen nach 55 Tagen Blütezeit ihren optimalen Reifegrad erreicht haben.

Doch wie auch immer sonst sollten Anlei­tungen für derart dynamische Prozesse mit dem gesunden Menschenverstand hinter­fragt und überprüft werden. Denn Pflanzen sind keine Maschinen, sie reagieren auf ihre Umgebung und verändern entsprechend auch ihre Reifegeschwindigkeit.

So können etwa technische Probleme, Schäd­lingsbefall, schlechtes Klima und Ernährung zu einer Verzögerung der Reife führen. Selbst bei der Verwendung von Stecklingen machen sich solche Faktoren deutlich bemerkbar. Das heißt also, nur wenn alles richtig zusammen­passt, werden Pflanzen in der Zeit reifen, die vom Züchter angegeben ist. Strikt nach An­leitung zu ernten, bringt in solchen Fällen ein schlechteres Ergebnis.

Ich beobachte deshalb die Entwicklung der Blüten ganz genau. In manchen Fällen ist das ganz offensichtlich. Es ist nicht anders, als bei beispielsweise Rosenpflanzen, deren Blü­ten auch nur über einen bestimmten Zeitraum wirklich schön und frisch aussehen. Ist die­ser Zeitraum vorüber, sieht man das schnell an den schrumpelig werdenden Blättern, die schließlich abfallen und so das Ende der Blüte unübersehbar machen.

Bei Cannabis verhält es sich ähnlich, mit dem Unterschied, dass hier das Augenmerk auf den kleinen Harztropfen liegt, die wie Kri­stalle die Blüten bedecken. Sie enthalten die Wirkstoffe, die diese Pflanzen so interessant machen. Die Harztropfen haben den optima­len Reifegrad erreicht, wenn sie gerade be­ginnen, von durchsichtig hin zu leicht trüb zu wechseln. Sind sie völlig trüb oder bernstein­farbig, ist das das Zeichen, dass sie überreif und bereit für die Ernte sind.

Ein weiterer Auslöser für die Ernte ist, wenn ich beobachte, dass die Harzkristalle aus­trocknen, schrumpfen oder umknicken.

Mir ist aufgefallen, das es unterschiedliche Arten von Harzkristallen auf der selben Pflan­ze gibt. So wachsen einige Harztropfen direkt aus den Blättern und Blütenoberflächen. Doch die meisten Harztropfen haben so etwas wie einen Stiel, auf dem sie kleben. Sieht so ein bisschen aus wie ein Golfball auf einem Tee (Abschlaghilfe beim Golf), wobei der Harz­tropfen dem Golfball entspräche. Beginnen die »Tees« oder »Golfbälle« abzufallen, ist das ein Zeichen für die Ernte.

Um einen genauen Blick auf die kleinen Harz­kristalle werfen zu können, verwende ich eine beleuchtete Vergrößerungslupe (Faktor 9 ­12,5). Ich habe auch ein transportables Mikro­skop mit einer

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