Ein Cannabis Patient Hilft sich Selbst – Bin ich denn blöd?

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Mittlerweile wissen die meisten unserer Leser, dass in Deutschland seit 2009 die Möglichkeit besteht, Cannabis medizi­nisch zu nutzen. Vorerst muss aber ein Antrag beim BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) gestellt werden. Leider wird ein sol­cher Antrag oftmals abgelehnt mit der Begründung, dass der Patient nicht austherapiert sei. Der Patient muss also vorher erfolglos alle schulmedizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft haben bzw. müssen die Nebenwirkungen derart uner­träglich sein, dass man diese Erlaubnis bekommt. Dass dies nicht jeder möchte, ist wohl mehr als verständlich. Warum soll ich auch meinem Körper vergiften, nur weil eine Behörde meint, ich müss­te? Da könnte man glatt den Eindruck bekommen, der Staat unterstütze mit aller Macht die Pharmaindustrie. So erging es auch Fabian (der Name wurde aus Sicherheitsgründen geändert), 39 Jahre, aus Aachen. Fabian leidet seit acht Jahren an starken rheumatischen Schmerzen.

Ein Cannabis Patient Hilft sich Selbst 01Hallo, Fabian, du schriebst uns, dass du an starken rheumatischen Schmerzen leidest. Was sind das für Schmerzen, und welche Einschränken hast du dadurch?

Mit 31 Jahren begann das Dilemma. Anfangs spürte ich, dass die kleinen Finger und Zehen immer kalt waren, mit der Zeit begannen sie zu schmerzen. Es verschlim­merte sich rapide, die Knöchel wurden immer dicker und die Gelenke steifer. Der Schmerz wurde mit der Zeit unerträglich. Morgens konnte ich die Hände in den ersten Stunden überhaupt nicht bewe­gen. Ganz zu schweigen von der kalten oder feuchten Jahreszeit, dann schmerz­ten sogar die Knie und die Fußgelenke. Bewegen kann ich mich dann nur wie ein 70-jähriger. Ich konnte mich eine Zeit nicht einmal alleine richtig anziehen, Flaschen öffnen oder mir die Schuhe binden. Eigentlich alles, wo die Feinfühligkeit der Finger gefragt ist, konnte ich nicht mehr machen.

Natürlich bekam ich Schmerzmittel und entzündungshemmende Mittel, wie z. B. Diclofenac und Kortison, aber das verur­sachte mit der Zeit starke Magenkrämpfe bis hin zu Magenblutungen. Aber auch Depressionen und stark wiederkehrende Selbstmordgedanken. Ich fiel in ein tiefes Loch, weil ich einfach keinen Sinn mehr im Leben sah. Bis zu dem Tag, wo ich Cannabis als Medikament kennenlernte.

Ein Cannabis Patient Hilft sich Selbst 02Wie bist du auf Cannabis gekommen? Ein Freund brachte mir, nachdem er sah, dass ich mich aufgegeben hatte, hausge­machte Hanfsalbe und 20 Kapseln, wel­che mit 0,4 Gramm Blüten und etwas Öl befüllt waren. Mit der Salbe sollte ich mir abends dick die Hände einschmieren. Zusätzlich sollte ich zwei Kapseln eine Stunde vor dem Schlafengehen einneh­men. Das tat ich dann auch.

Und, konntest du eine Verbesserung spüren?

Oh ja, eigentlich schon am nächsten Morgen, denn ich war total erholt. Ich konnte seit langer Zeit mal wieder eine Nacht durchschlafen und meine Psyche sich stärken und erholen. An meinen Händen konnte ich nach acht Tagen eine deutliche Verbesserung spüren.

Hast du deinem Arzt von dieser positi­ven Erfahrung mit Cannabis erzählt?

Na klar, ich habe meiner Ärztin sofort alles erzählt. Anfangs wollte sie mir nicht glauben, dass mir Cannabis so gut hilft. Nachdem ich ihr sagte, dass ich Cortison und Diclofenac abgesetzt habe, machte sie einen Bluttest, um sich zu vergewis­sern, danach war sie wie umgewandelt. Sie fragte, wie und seit wann ich denn schon Cannabis verwende. Nach ausgiebiger Erklärung war sie so angetan von der gan­zen Sache, dass wir eine Genehmigung für medizinisches Cannabis bei der BfArM beantragten.

Ein Cannabis Patient Hilft sich Selbst 03Wir hören immer, dass es schwer ist, einen Arzt zu finden. Da hattest du aber Glück.

Das habe ich auch anfangs gedacht, und es stimmt, mit der Ärztin hatte ich Glück, aber nicht mit dem Antrag. Nach drei Wochen bekam ich ein Schreiben von der BfArM, ich solle doch erst noch wei­tere schulmedizinische Möglichkeiten ausschöpfen. Das bedeutete, dass ich meinen Körper zusätzlich mit starken Schmerzmitteln, Kortison, Antidepressiva usw., vergiften solle, obwohl ich weiß, dass es etwas aus der Natur gibt, was mir hilft. Bin ich denn blöd? Natürlich habe ich das nicht gemacht. Anfangs konnte ich das nicht glauben, was man von mir verlangte, und ich fiel wieder in ein tiefes Loch. Später erfuhr ich über das Internet, dass es einigen so erging wie mir. Ich beschloss zu leben und kaufte mir für 600 Euro erst mal hundert Gramm gutes Gras, damit ich die anderen Medikamente wie­der absetzen konnte. Nach zwei Wochen fühlte ich mich geistig und körperlich fit und in der Lage, etwas zu verändern. Mir

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