Spannabis! | Hanfclub

Spannabis!

Jul 17

Spanien hat sich in den letzten Jahren zu einem regelrechten Hanf-Mekka entwickelt. Galt in den neunziger Jahren noch Holland als Inbegriff eines Cannabis-freundlichen Landes, hat sich das mitt­lerweile dramatisch gewandelt. Nun sind es Länder wie Tschechien und vor allem Spanien, wo die Hanfbranche zu blühen scheint. Das zeigt sich besonders auf den Branchentreffs, den Messever­anstaltungen, wo Firmen aus der ganzen Welt zusammenkommen, um ihre Produkte und Dienst­leistungen zu präsentieren. In Tschechien fanden letzten Herbst 2010 erstmalig und kurz hintereinan­der gleich zwei erfolgreiche Hanfmessen statt, in Spanien sind es mittlerweile sogar drei solcher Events, die Hanffreunde aus Nah und Fern anlocken.

Neben Madrid und Malaga ist es vor allem Barcelona, wo die Hanfbranche zu florieren scheint. Seit 2001 findet hier alljährlich die Spannabis, die älteste der spanischen Hanfmessen, statt. Und schaut man sich die Entwicklung über die letzten Jahre an, muss man den Hut ziehen vor dem, was unsere spanischen Hanffreunde mittlerweile erreicht haben. Sicher hat die relativ tolerante Haltung spanischer Behörden gegenüber Cannabis ei­niges dazu beigetragen. Zwar gelten auch hier Gesetze, die den Handel, den Anbau und den Besitz von Cannabis unter Strafe stellen. Doch as die Umsetzung dieser Gesetze anbetrifft, wird in Spanien nicht so rigoros vorgegangen, wie das immer noch in Deutschland der Fall ist. So ist in Spanien — wie in den meisten Län­dern — der Handel mit Hanfsamen erlaubt. In Deutschland hingegen wird gerne so getan, als ginge von Hanfsamen, die im Prinzip kei­ne psychoaktiven Wirkstoffe enthalten, eine derartige Gefahr aus, dass das Strafgesetz, genauer gesagt das Betäubungsmittelgesetz, die Bevölkerung davor beschützen muss.

Spannabis In Spanien kann von der Polizei schon mal ein Auge zugedrückt werden, wenn es beim Cannabisanbau nur um den Eigenbedarf und nicht um Handel geht. So kann ein Grower, der nur eine Handvoll Pflanzen anbaut, davon ausgehen, das ihm höchstens eine Geldbu­ße droht. Auch die Entstehung von „Cannabis Social Clubs" in den letzten Jahren macht die relativ liberale Haltung gegenüber der Canna­bis-Thematik deutlich. Dennoch kann es auch hier passieren, dass man kontrolliert wird und Probleme bekommt, je nachdem wie viel gefunden wird und wie sehr die Beamten an ei­ner Verfolgung interessiert sind.

Im Vergleich zu Deutschland gilt in Spanien der Konsum von Cannabis als relativ „normal" und weit verbreitet. Kein Wunder, dass Ver­anstaltungen wie die Spannabis auf zuneh­mendes Interesse stoßen. So bildeten sich vor dem Eingang zur Spannabis, die am letz­ten Februar-Wochenende stattgefunden hat­te, bereits am ersten Messetag lange Schlan­gen. Und in der Messehalle selbst war jeder Platz belegt, an dem ein Messestand aufge­baut werden konnte. Nach Auskunft der Mes­seleitung mussten sogar Anfragen von poten­ziellen Ausstellern zurückgewiesen werden, weil der Platz nicht ausreichte. So waren es schließlich rund 16o Aussteller, die sich und ihre Produkte vorstellen konnten.

Wie schon in den Vorjahren, fiel auch in die­sem Jahr die große Zahl an Hanfsamenbanken auf. Alles, was in diesem Sektor Rang und Na­men hat, war gekommen. Das liegt offensicht­lich daran, dass viele der spanischen Hanffreunde outdoor anbauen und dafür jedes Jahr frische Samen benötigen (die Verwen­dung von Mutterpflanzen und Stecklingen ist dagegen nicht so verbreitet). Für die Hanfsa­menbanken ein gutes Geschäft, das sich na­türlich keiner entgehen lassen wollte. Neben den feminisierten Sorten boomen vor altem „autoflowering" Varietäten, da sie unabhän­gig von der Lichtdauer automatisch in die Blü­te gehen. Besonders für den Outdoor-Einsatz sind solche Sorten geeignet.

Neben den Hanfsamenbanken waren es in er­ster Linien die Düngemittelhersteller, die zahl­reich erschienen waren und teilweise große Stände aufgebaut hatten. Alle wichtigen Mar­ken waren vertreten, und sie hatten es nicht versäumt, diverse Werbepräsente für die Be­sucher bereitzuhalten. Neben Gratisproben und T-Shirts gab es allerlei Infomaterial, Feu­erzeuge und Kugelschreiber. Alles wurde ger­ne mitgenommen. Selbst unsere grow!-Maga­zine, die ja bekanntlich auf Deutsch sind und eigentlich nicht zum Verteilen gedacht waren, fanden in einem unbeobachteten Moment rei­ßenden Absatz. So mancher Besucher hat­te einen regelrechten Sport daraus gemacht, möglichst viele Geschenke und Gratis-Pro­ben einzusammeln. Bei einem vergleichswei­se hohen Eintrittspreis von 15 Euro pro Messetag ist das aber auch verständlich. Gerade in einem Land wie Spanien, wo eine hohe Ar­beitslosigkeit und die Wirtschaftskrise ihre Spuren hinterlassen, überrascht der hohe Ein­trittspreis. Dennoch waren rund 20.000 Besu­cher zur Spannabis gekommen. Besonders am Samstag war die Halle voll, und es wurde schon mühsam und anstrengend, sich durch die überfüllten Gänge zu drängen. Dabei waren es vor allem natürlich spanische Hanffreunde, die gekommen waren. Aber auch viele Besucher aus anderen Ländern, selbst Deutschland, Österreich und der Schweiz, hatten sich auf den Weg nach Barcelona ge­macht. Im deutschsprachigen Raum findet in diesem Jahr nur eine Messe stand, und zwar Ende Oktober die Cultiva in Wien. Die tradi­tionelle Schweizer Veranstaltung, die Can­naTrade, setzte in diesem Jahr aus und wird voraussichtlich im nächsten Jahr in Zürich stattfinden. Bei der Vielzahl an Ständen und Angebo­ten auf der Spannabis ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Natürlich wurden auch viele neue Produkte vorgestellt. Eine beson­dere Maschine wurde am Green-House-Stand präsentiert: Sie wurde von deutschen Maschi­nenbauern nach Vorgaben der Green-House ­Züchter entwickelt und soll — vollautomatisch — Hanfsamen prüfen und nach ihrer Qualität und Keimfähigkeit sortieren. Dabei werden die Samen sowohl optisch, wie auch auf Gewicht und Feuchtigkeit überprüft. Rund 300.000 Euro hat Green House in dieses Projekt investiert, das helfen soll, auch in Zukunft die stei­gende Nachfrage befriedigen und hochquali­tatives Saatgut anbieten zu können. Auf den Ständen für Belüftungs- und Klima­technik konnten wir einen neuen Trend bei der Geruchsreduzierung ausmachen. Werden dazu bisher in erster Linie Kohlefilter einge­setzt, wird nun Ultraschall benutzt, um Geruchsmoleküle unschädlich zu machen. Auch das Thema Ökologie wird im Growsek­tor immer wichtiger. Dazu seien hier die Töpfe aus einem Filzmaterial erwähnt, die völlig ohne Plastik auskommen und wiederver­wendbar sind. Auch Vaporiser sind immer noch ein Thema. Die Möglichkeit ohne Tabak und schadstoff­arm Cannabis konsumieren zu können, inte­ressiert auch immer mehr Spanier, bei denen eigentlich das Rauchen von Joints Standard ist. Andere Paraphernalia wie Pfeifen und Blub­ber sind dagegen nicht so verbreitet. Und so wundert es nicht, dass auch kaum Aussteller zu diesem Thema auf der Spannabis vertreten waren. Alles in allem war die Spannabis eine tolle Messe, mit sehenswerten Ständen, jeder Menge Hanf-Prominenz und vielen in­teressanten Produkten. Und dass das Wetter hier bereits Ende Februar frühlingshafte Tern­peraturen erreicht, ist gerade für uns Mitteleu­ropäer etwas Besonderes und wird uns wohl auch die nächsten Jahre wieder nach Barcelona locken! Weitere Info: www.spannabis.com

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