Haschisch in Europa

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Im Gegensatz zur traditionellen Haschischproduktion im Rif-Gebirge, Himalaja oder anderen Ge­birgen gibt es in Europa erst seit ca. 20 Jahren eine nennenswerte Dope-Ernte. Abgesehen von einem kurzen Zeitraum Mitte bis Ende der 90er Jahre in der Schweiz geht es dabei in den meisten Fällen um die Verwertung von Schnippelabfällen, wie sie auch bei jedem Indoorgärtner anfallen. Neben dem »Finger-Hash«, welches direkt beim Schnippeln an den Fingern und der Schere kleben bleibt, gibt es mit Pollinatoren ausgesiebtes »Skuff«, mit Ice-O-Latern ausgewaschenes »Water-Hash« sowie »Gas-Hash«, welches mit Hilfe von erkaltendem Feuerzeuggas durch einen Kolben gepresst wird.

Erst als im Frühjahr 1993 von der Holländerin Mila Jansen die Idee des Pollinator geboren wurde, Haschisch in Europa3entwickelte sich in Europa ein Markt für kommerzielles Hasch. Auf der Grundlage von Milas Trips durch Afghanistan Mitte der 6oer, auf welchen sie die Techniken des Aus­siebens von Haschisch gezeigt bekam und ih­rer Vorliebe zu Haschisch, umgeben von der Amsterdamer Grow-Scene, galt es aus den ge­schenkt bekommenen Schnippel-Abfällen etwas Rauchbares herauszubekommen. Als gelernte Schneiderin fiel es Mila nicht schwer ein paar engmaschige Siebdrucknetze für eine Trommel zusammenzunähen. In Erinnerung an Afghanistan, wo die Bauern bei klirrender Kälte ihr Haschisch aussiebten, kame die zuvor getrockneten und tiefgefrorenen Abfälle in die Trommel — und siehe da — das Ergebnis „Skull“ ist heute aus den meisten Coffee-Shops nicht mehr wegzudenken.

Inzwischen sind aber auch weitere Quali­täten dazugekommen. Als Reinhard, ein Deut­scher der in der Nähe von Redwood in Kali­fornien lebt, zum High Times Cup 1997 nach Amsterdam einen Prototyp vom Ico-Later mit­brachte — eine Holzbox mit den Maßen von ca. (B x L x H) 4o x 40 x 130 cm, in welcher der Trichter unter dem Sieb zu Show-Zwecken aus durchsichtigem Plastik konstruiert war — überzeugte das Ergebnis alle anwesenden Hanfaktivisten sowie Fachleute aus Coffee-Shop-Business, Samenbanken, und der gera­de erstarkten medizinischen Cannabis-Szene aus Kalifornien. Das Geheimnis ist auch hier die Kälte. Bei exakt 4 Grad Celsius hat Was­ser seine größte physikalische Ausdehnung. Und nur bei dieser Temperatur erstarren die Harz-Trichome und fangen an zu sinken. Die­se Wassertemperatur ist nur durch die Zugabe von genügend Eiswürfeln zu erreichen. In tro­pischen Gegenden wie z. B. auf Jamaika funk­tioniert das Ice-o-Later-Prinzip jedoch nur bedingt. Bei einer zu hohen Umgebungstem­peratur ist es schwer, die 4 Grad Wassertem­peratur zu halten. Empfehlenswert ist es hier, in einem Kühlhaus zu arbeiten. Der größte Vorteil bei der Ice-o-Later-Methode ist aber, dass das (Abfall)-Material zuvor nicht erst noch getrocknet werden muss.

Haschisch in Europa6Seit 1998 ver­treibt Mila Jansen von der Pollinator Company in Amsterdam ((nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)) auch Ice­0-Lator®, welchem 2005 die automatische Waschmaschine — der Bubbleator® folgte. In den USA sowie Canada haben sich dagegen eher die „Bubble Bag Systeme“ sowie „Bub­ble Now Machines“ durchgesetzt. ((nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)blebag.com) Hierbei werden 8 Siebe — von 25 micron bis 220 micron — nacheinander über ei­nen Eimer aufgezogen. Einen 50/5o Mix aus Eis und kaltem Wasser dazugeben und 15 bis 20 Minuten mit einem Handrührer rühren. Am Ende hat man dann verschiedene Qualitäten von
Water-Hash. Je feiner das Sieb, desto geringer ist auch der Ertrag, was allerdings im Umkehrschluss heißt, dass die Qualität umso potenter ist. Zunächst wird das Was­ser mit der Hand herausgepresst. Dann wer­den die bräunlich-grünen Harzdrüsen, die wie Schlamm aussehen, getrocknet und gepresst. Heraus kommt ein schwarzes Haschisch von erstaunlich guter Qualität. Der typische Ha­schischgeruch entfaltet sich aber zumeist erst nach intensivem Kneten.

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Zur Schweizer Hanfernte 1995 kamen dann erstmals in Europa für Outdoor-Haschisch niederländische Pollinatoren zum Einsatz. Der Genfer Anwalt Jean-Pierre Egger hatte mit seinen Duft-Hanfkissen eine Gesetzeslücke gefunden und damit einen wahren Run auf die Schweiz ausgelöst. Der Kreativität von Hanf­bauern waren keine Grenzen gesetzt. Da im Schweizer Betäubungsmittelgesetz damals Hanf nur verboten war, wenn aus ihm Drogen hergestellt wurden, kam es zu legalen Hanf-Duftkissen mit natürlichem THC-Gehalt und limitierten Harz-Sammelmünzen aus reinem Haschisch — allerdings nicht Haschisch genannt sondern „Hanf-Konzentrat“.

Auch die »Piecemaker-Presse« mit ihren ver­schiedenen Prägestempeln ist auf diese Idee zurückzuführen ((nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)). Ver­kauft wurden die Duftkissen sowie Sammel­münzen vor allem in Hanfshops, welche über­all in der Schweiz ihre Türen öffneten. Aber auch aus geografischen Gründen eignet sich die Schweiz hervorragend zur Haschisch-Her­stellung. Wichtig ist vor allem die Höhe über dem Meeresspiegel. Je höher das Hanffeld liegt, desto höher die natürlichen THC-Werte des Dopes. Auch schwere landwirtschaftliche Geräte wie Mähdrescher oder Häcksler waren Mitte bis Ende der 9oer im Einsatz. Frische erntereife Pflanzen wurden z. B. mit einem Häcksler abgemäht und im gleichen Arbeits­schritt auf einem Anhänger gesammelt. Jenes Material wurde dann getrocknet und mit Pol­linatoren ausgesiebt. Auf diese Art und Weise ließ sich innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit eine ordentliche Menge herstellen. Wich­tig auch hierbei: Kälte — am besten ist die na­türliche Kälte aus einer klaren kalten Nacht. Im Winter 1997 wurden bei Robert S. aus Ber­gisch Gladbach im Kanton St. Gallen 181 kg Schweizer Haschisch sowie 470o kg getrock­nete Hanfblüten sichergestellt. Davon ausge­hend, aus 1000 kg Hanfblüten ca. 4o kg Ha­schisch herstellen zu können, reichen 4700 kg für ca. 190 kg Haschisch. Lässt man den Pollinator anfangs nur für eine Minute lau­fen, dann kann man das ausgesiebte Pulver ganz einfach mit der Hand zu einem guten Pi­ece kneten, welches nach langem Kneten sehr ölig und dunkel wird. Danach läuft der Polli­nator dann für weitere 20 bis 3o Minuten. Die dabei entstehende Qualität lässt sich dann allerdings nur noch mit erwärmten Pressen zu Platten verarbeiten. So macht man aus 1000 kg Schweizer Hanfblüten ca. 3 Kilo super gute Qualität und ca. 37 kg Standard.

Ab 1998 kamen dann auch vermehrt Ice-O­Later zum Einsatz. Heute hingegen wird Ha­schisch auch in der Schweiz zumeist aus Ab­fällen, welche beim Maniküren entstehen, hergestellt. Felderweise, so wie noch Mitte bis Ende der 9oer, ist es heute in großem Stil nicht mehr möglich, THC-reiche Pflanzen an­zupflanzen. Der Anbau beschränkt sich nun­mehr auf uneinsehbare private Gärten sowie Guerilla-Farming. Bei solchen Gegebenheiten steht immer der Grass-Anbau im Vordergrund, wobei zumeist weibliche Stecklinge verwen­det werden.

Haschisch in Europa5Heute gewinnt dank liberaler Cannabispoli­tik die Haschischproduktion in Spanien mehr und mehr an Bedeutung. Über Cannabis Social Clubs, welche kollektiv für medizinische Cannabis-Konsumenten anbauen, lässt sich auch eine geringe Haschischproduktion koor­dinieren.

Ebenfalls kommt eine weitere Inno­vation aus Spanien: die oo-Box. Dabei handelt es sich um Trocknungsboxen aus Zedernholz, wobei die zu trocknenden Blüten auf einem Sieb liegen, unter welchem sich eine Schubla­de für das Haschischpulver befindet. Über ein eingebautes Hygrometer lässt sich zudem die Luftfeuchtigkeit steuern, welche idealerweise bei ca. 6o % liegen sollte. Seit kurzem gibt es auch den „oo-Work-Table“, eine praktische Unterlage, welche beim Maniküren ihren Ein­satz findet. Die bei diesem Arbeitsgang auto­matisch herabfallenden Harzdrüsen werden mit dem „oo-Work Table“ aufgefangen. Zusammengeklappt sieht der „oo-Work-Table“ eher aus wie ein Tapeziertisch. Geöffnet ist er fast einen Quadratmeter groß. Ein paar Gramm gutes Haschisch kommen so bei jedem Mani­küren zusammen, Material, das sonst eher im Abfall landet. So lohnt sich eine Anschaffung schon sehr schnell. ((nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich))

Es gibt auch eine ganze Reihe von Indoor ­Growern, die ihre fertig getrockneten und manikürten Blüten noch einmal für ein paar Minuten durch einen Pollinator lassen. Das Haschisch daraus ist dann von allerbester Qualität und zumeist nur für den Eigenge­brauch bestimmt. Die Kunden des Grases erfahren allerdings eher seltener, dass die Ernte auspolliniert wurde. Der größte Anteil von heutzutage in Europa hergestelltem Ha­schisch geht aber trotz aller beschriebenen Methoden auf eine andere Erfindung zurück, den Grinder mit eingebautem „Skuff-Screen“. Innerhalb der letzten 3 bis 5 Jahren ist die Ver­breitung dieser kleinen handlichen Gras-Zerkleinerer sprunghaft angestiegen. Das damit hergestellte Dope taucht in keinerlei Stati­stiken auf und dennoch werden so sicherlich einige Hundert Kilo pro Jahr zusammenkom­men, die sich aus einzelnen, zumeist weni­ger als einem Gramm-Mengen addieren. Die Siebe dieser Grinder sind allerdings oftmals noch viel zu grob. Daher hält das gesiebte Haschischpulver beim Pressen mit der Hand auch nicht zusammen. Den meisten Konsu­menten ist dies allerdings egal. Ziel ist es ja nicht, ein gutes Stück Haschisch herzustellen, sondern nur neben dem zerkleinerten Gras noch ein wenig qualitativ hochwertigeren Rauchgenuss zu bekommen. Wer es dennoch zu einem festen Stück Haschisch bekommen möchte sollte, eine Presse benutzen und di­ese auch noch auf ca. 8o Grad erwärmen. Al­les in allem ist Grinder-Dope aber immer ein unkommerzielles Haschisch, welches nur für den Eigengebrauch und nie für den Verkauf herstellt wird.Haschisch in Europa7

Abschließend soll noch auf die neueste Me­thode der Haschisch-Herstellung eingegan­gen werden, das Extrahieren mit Hilfe von Feuerzeuggas. Das Ergebnis erinnert von sei­ner Konsistenz her schon fast an Haschisch-Öl, weshalb es mancherorts auch so genannt wird. In einen stabilen Plastikkolben wird vor die Öffnung ein Filterpapier eingelegt und dann das zu extrahierende Material einge­füllt. Der Kolben, welcher in etwa so groß ist wie eine 0,25-l-Cola-Dose, wird dann zuge­schraubt. Auf der anderen Seite befindet sich eine kleine Öffnung, auf welche die Flasche mit dem Feuerzeuggas gepresst wird. Zuvor wird ein Topf in ein warmes Wasserbad eines größeren Topfes gelegt, so dass er darin schwimmt. Während der gesamte Inhalt der Gasflasche durch den Kolben gejagt wird, wird der Kolben in den kleineren Topf gehalten und es entsteht sehr schnell eine große Kälte, so dass ein Handschuh notwendig ist, um den Kolben festzuhalten. Ein klebriges ölartiges Haschisch entsteht, welches sich nur durch das Erhitzen im Wasserbad aus dem Topf lö­sen lässt. Wahrlich eine super gute Qualität von Haschisch. Bleibt abzuwarten, ob nicht noch irgendwelche schlauen Tüftler andere Methoden der Extraktion von Harz erfinden.

Wir halten euch dann auf dem Laufenden.

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