Haschisch Marokko | Hanfclub

Haschisch Marokko

Jul 16

Da über 80 % des in Europa konsumierten Haschisch aus Marokko kommen, wollen wir uns schwerpunktmässig damit auseinandersetzen. Neben den Herstellungsmethoden bzw. Anbauorten — und daraus resultierenden Qualitätsunterschieden — berichten wir unter anderem über Streckmittel, aktuelle Preisgestaltung sowie die gegenwärtige Politik des Ma­rokkanischen Königs Mohammed VI. Haschisch

Das in Nord-Marokko gelegene Rif-Gebirge gehört neben dem Himalaja zu den bedeutendsten Anbaugebieten von Haschisch überhaupt!

Unter natür­lichen Voraussetzungen, d. h. durch die intensive Kraft der Sonne sowie geringeren Sauerstoffgehalt entwickeln Hanfsorten im hohen Gebirge wesent­lich höhere THC-Gehalte als beispielsweise in Mit­telgebirgen oder gar im Flachland. Egal, wo auf der Welt Cannabis des THC-Gehaltes wegen angebaut wird, herrscht dort unter natürlichen Bedingungen ein Gebirgsklima.

Dabei eignen sich die in Äqua­tornähe gelegenen Gebirge (z. B. Blue Mountains auf Jamaika oder das Kardamom-Gebirge im süd­indischen Kerala) zur Marijuana-Produktion und die nördlicheren Gebirge, wo es im Winter Tempe­raturen unter 0 Grad hat, zur Haschisch-Produk­tion. Auch ein niederländischer Indoor-Anbauer macht im Prinzip nichts anderes, als mit Lampen sowie C02-Techniken ein Hochgebirgsklima zu si­mulieren. Vergleiche zwischen Haschisch und In­door-Marijuana zeigen, dass die THC-Werte von Gras zwar fast an die von gutem Haschisch heran­kommen, aber der größte Vorteil von Haschisch ist und bleibt: Jedes Dope (außer Skuff) hat die echte Sonne gesehen. Da nicht alle marokkanischen Rif-Bauern ihre Felder auf dem gleichen Niveau über dem Meeresspiegel haben und nicht alle Felder auf der gleichen Achse zur Sonne ausgerichtet sind, sind Qualitätsunterschiede unabhängig von den nachfolgenden Verarbeitungsmethoden vorpro­grammiert. Zudem spielt das Wetter eine entschei­dende Rolle — ob und zu welcher Zeit Regen fällt. Ein Gewitterschauer kurz vor der Ernte kann viele Harzdrüsen förmlich den Bach runterspülen. Bau­er Abdeslam aus Bou Hamed, welcher seine Felder fast auf Höhe des Meeresspiegels hat, mag zwar keine Probleme bei der Bewässerung haben — ein kräftiger Gebirgsbach fließt direkt vorbei — aber er muss sich spätestens alle 2Jahre neues Saatgut aus viel höheren Lagen besorgen, möchte er nicht, dass seine Qualität nachlässt. Würde er dies nicht machen, so wäre sein Haschisch innerhalb von 7 Jahren so gut wie wertlos, da sich Cannabis inner­halb von 7 Generationen seinen natürlichen (oder auch unnatürlichen — Indoor) Gegebenheiten an­passt — gute Bodenverhältnisse vorausgesetzt. Abdeslam ist somit im Prinzip genauso in einem Ab­hängigkeitsverhältnis wie ein anderer Bauer z. B. von Monsanto, was ihn einen Großteil seines ei­gentlichen Profites kostet.

Als Faustregel gilt:

Wer die am höchsten gelegenen Felder hat, der kann nicht nur die beste Haschischqualität herstel­len, jener kann auch seine Samen am besten und teuersten verkaufen. Anders herum ist dies auch der Grund, warum höher gelegene Bauern in der Schweiz mit EU-konformem 0,3 % THC Faserhanf Werte von 1-2 % THC erreichen.

Ähnliches gilt auch im Himalaya: Der heiligste Ort für indische Sadhus ist der auf ca. 350o Meter Höhe gelegene Ort Malana, welcher nur über ei­nen steinigen, 4o km langen Fuss-Pfades am Anfang des Pavatti-Tals erreichbar ist. Bei einer Tour ist ein ortskundiger Führer Pflicht. Und nicht jeder Tourist wird von einem Sadhu mit auf den heiligen Berg genommen, wo es Fremden streng verboten ist, Pflanzen anzufassen oder Fotos zu machen. Die alten Sadhus hingegen reiben dort nach jahrzehn­telanger Erfahrung mit ihren Händen eines der be­sten »Charras« (handgeriebenes Haschisch) der Welt: »Malana-Creme«. 0,1 Gramm davon reichen aus, um die Leute rappeldicht zu machen. Nach 500 bis 80o kg sind die Felder in Malana abgeerntet. Nur selten gelangt davon etwas nach Europa. Kilo­preise von bis zu 12.000,- € bezahlen Coffee-Shops in Amsterdam dafür. Solche Preise werden anson­sten nur gelegentlićh für echte »Nepal Temple Balls" erreicht.

Haschisch2 Die Kilopreise für den besten Maroc, den »Royal Twisla«, liegen zwar mit max. 9.000,- € deutlich darunter, schlechter als »Malana Creme« ist es aber trotzdem nicht. Einer bisher unbestätigten Le­gende nach soll König Mohammed VI. jedes Jahr persönlich ein paar Gramm davon herstellen. (Daher auch der Name »Royal«). Fakt ist jedoch, dass er sich — im Gegensatz zu seinem verstorbenem Va­ter Hassan II. — gerne im Norden Marokkos aufhält. War Hassan II. den Berbern im Rifgebirge gegenü­ber eher feindselig eingestellt, ist Mohammed VI. hingegen sehr beliebt, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Berber — genauso wie ausländische Tou­risten — im Gegensatz zu früher nicht mehr ganz so scharfen Repressionen ausgesetzt sind. Er möchte den Tourismus in allen Teilen von Marokko fördern und da passt es nicht ins Bild, wenn Touristen alle Nase lang von Polizeikontrollen durchsucht wer­den, obgleich Polizei überall präsent ist. Touristen werden geschützt, wo es nur geht, was Marokko inzwischen zu einem sehr sicheren Reiseland ge­macht hat. Was Diebstähle, Gewalttaten und Ein­brüche angeht, weitaus sicherer als die Urlaubs­länder Spanien, Italien oder Frankreich. Das heißt aber nicht, dass es in Marokko keine ausländischen Gefängnisinsassen gibt. Wer mit einer größeren Menge Haschisch erwischt wird, landet auch dort im Knast. Auch werden jedes Jahr von den Behör­den einige Felder medienwirksam vernichtet, was im Zuge internationaler Verbindungen den Status Quo aufrecht erhält. Den Haschischanbau ganz zu unterbinden, würde aber bedeuten, auf immense, für Marokko wirtschaftlich unverzichtbare Devisen zu verzichten. Tausende Tonnen werden Jahr für Jahr nach Europa exportiert. Mit der jährlich herge­stellten Menge von »Royal Twisla« verhält es sich aber eher ähnlich wie im indischen Malana. Von den am besten und höchsten gelegenen Feldern werden nur ca. 600 bis goo kg pro Jahr erzielt. Sel­ten kommt es zudem vor, dass Samen aus dem Hi­malaya verwendet werden. Vom Geruch sowie Ge­schmack erinnert dieses Hasch dann an Afghanen. Genannt wird es in Marokko »Pakistani«. Allerdings wird das Haschisch in Marokko nie mit den Händen gerieben, sondern die getrockneten Pflanzen wer­den immer ausgesiebt. Die geringere Luftfeuchtig­keit in Marokko macht die Pflanzen weniger klebrig als im Himalaya, was beim Abreiben mit den Hän­den sehr wichtig ist.

Mitte bis Ende September beginnt im Rifgebirge die Ernte. Zumeist werden die Pflanzen dann auf den flachen Dächern der Häuser zu Bündeln gebunden, getrocknet und bis zum Winter eingelagert. Denn für sehr gute Qualitäten ist es wichtig, den Sieb­vorgang bei Temperaturen von unter o Grad Cel­sius vorzunehmen. In gefrorenem Zustand lassen sich die Harz-Trichome sehr viel besser und sau­berer von den übrigen Pflanzenteilen trennen. Im Durchschnitt werden im Rif aus 1000 kg getrock­neten Blüten ca. 5o kg Haschisch gewonnen. Dazu wird zunächst über eine Schüssel ein sehr feinma­schiges Sieb gezogen (z. B. solche Siebe, wie sie auch zum Siebdruck verwendet werden). Dann wird eine Pflanze genommen und ein- bis zweimal locker darauf geschlagen. Dabei entsteht — ausgegangen von 1000 kg Blüten — ca. 1 kg der besten Qualität, welche „»Twisla« — mancherorts auch »Sputnik« genannt wird. Auf einer zweiten Schüssel mit einem Sieb gleicher Maschengrösse wird die Pflanze so­dann 20- bis 30-mal fest ausgeschlagen. Hier liegt der Ertrag dann bei ca. 9 Kg pro 1000Kg, Handels­bezeichnung: »Zero«. Wird dieser »Zero« dann mit einem engmaschigeren Sieb ein zweites Mal ausge­siebt, wird das feinere Haschisch »Zero-Zero« ge­nannt. Aus 9 kg hochwertigem »Zero« werden dann ca. 1 kg »Zero-Zero« und 8 kg etwas minderwertiger »Zero«.

Für die letzte und schlechteste Qualität werden die zuvor ausgeschlagenen Pflanzen eben­falls über eine mit einem Sieb bespannte Schüssel gelegt. Darüber wird dann eine stärkere Plastikfo­lie gespannt, welche für mehrere Minuten mit Holz­schlägern regelrecht ausgeprügelt wird. Zudem ist dabei die Maschengröße etwas größer. Dadurch entstehen — ausgehend von 1000 kg Grundmaterial ca. 40 kg »Standard«, auch genannt »Grüner Ma­roc«, halt so wie wir ihn als Kommerz-Dope ken­nen. Der Anteil an Pflanzenteilen wie z. B. Blättern ist dabei viel größer, da diese mit durchs Sieb fallen. Zunächst sind aber alle 3 Qualitäten ein sehr feines Pulver, das vor dem Konsum gepresst werden sollte. Erst durch den Pressvorgang platzen die Harzkügelchen auf, wodurch sie sich miteinander verbinden. Beim »Zero-Zero< reichen für das Pressen im Prinzip Daumen und Zeigefinger. Das Pulver lässt sich ganz einfach ohne Erhitzen und ohne viel Druc zu kleinen klebrigen schwarzen Würsten formen. Beim „Zero" hingegen muss das Pulver schon mehr geknetet werden, damit es zuzusammenhält. Aber es lässt sich mit ei­niger Anstrengung auch noch von Hand formen. Bei uns wird diese Qualität oft als »Pollen« verkauft, wobei diese Be­zeichnung irreführend ist, da sie ei­gentlich gar nichts mit männlichen Blü­tenpollen zu tun hat. Das Pulver wurde dann nur zu dicken Platten bzw. Wür­sten vorgepresst. Es hält dann zwar zu­sammen, sollte aber vor dem Rauchen nochmals in der Hand geknetet werden. Während beim »Zero« die Pressplatten nicht erwärmt werden müssen, ist eine Erwärmung der Pressplatten selbst mit hochwertigen Industriepressen beim »Standard« zwingend notwendig, da das Pulver ansonsten nicht zusammenhält. Das Verhältnis von 1 kg »Sputnik« zu 9 kg »Zero« zu 4o kg »Standard« erklärt auch, warum »Standard« das häufigste Hasch auf dem Markt ist.

Dabei unterscheidet man 2 Arten »Stan­dard«, die auf unterschiedliche Press­ bzw. Siebmethoden zurückzuführen sind:

Die in Deutschland und Holland weit verbreitete Zoo- bzw.125-Gramm-»Standardplatte«, in welche oftmals der marokkanische 5-zackige Stern eingestempelt is sowie der in Spanien öfter verbreitete 25o Gramm-»Eiermaroc«. Und jede Familie hat noch ihre eigenen kleinen Feinheiten.

Daher ist Haschisch auch von der Vielfalt her mit Wein zu vergleichen. Der eine Winzer erntet seine Trauben ein wenig früher, dadurch schmeckt der Wein anders, als der vom Nachbarn.

Ähnlich ist es bei Haschisch. Der Kenner kann zwar äusserlich Unterschiede feststellen, aber die Gefahr von Streckmittel ist bei Haschisch, insbesondere bei Standard höher. Gute Qualitäten werden dagegen sehr, sehr selten verschnitten. Das gängigste Streckmittel ist Henna, es gab aber auch schon Mischungen aus geriebenem Gummireifen, Altöl, Sand und ähnlichem.

Als weitaus krimineller sind jedoch Beimi­schungen von Heroin zu betrachten, die die Endkonsumenten bewusst in ein Abhängig­keitsverhältnis bringen sollen!

Glücklicherweise ist Heroin in Marokko sehr teuer und auch wenig verbreitet, ansonsten wŭrde diese Praktiken möglicherweise häufiger auftreten, mit dem Effekt, dass Kiffer, ohne es zu wissen, zu Heroin-Junkies werden. Dennoch, über 99,9 % der marokkanischen Bauern strecken ihr Haschisch nicht und werden auch gar nicht auf die Idee kommen.

Haschisch3 Viel eher sind diese Praktiken auf europäische Geschäftemacher zurückzuführen, die den Bauern keine Platten abkaufen, sondern nicht gepresstes Pulver. Da es sich bei Haschisch um ein Schwarzmarktprodukt handelt, welches von keiner offiziellen Stelle überprüft wird, können Streckmittel nie ganz ausgeschlossen werden, zu­mal die folgenden Durchschnitts-Kilo­preise (UVP ausgeschlossen) auf dem europäischen Markt im Vergleich mit dem marokkanischen deutlich höher liegen.

Zahlt man in Marokko zwischen 180,- und 35o,- € für ein Kilo »Standard«, so ist das Kilo bei uns selten unter 2.000,- € zu be­kommen. Wer etwas von Haschischquali­täten versteht, bezahlt in Marokko für ein Kilo »Zero« ca. 800,- € (bei uns zwischen 4.200,- und 5.000,- E) und für »Zero-Zero« zwischen 1200,- und 1500,- € (bei uns zwischen 6.500,- und 9.000,- E). Im Tou­ristenzentrum Chefchouen wird zumeist »Zero« als »Zero-Zero« verkauft.

Den mei­sten fällt das aber gar nicht auf, da es im­mer noch besser ist als das, was es bei uns meistens zu rauchen gibt!

 

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