Bio Bertjes Erfahrungen mit LEDs | Hanfclub

Bio Bertjes Erfahrungen mit LEDs

Jul 17

Wir erhalten immer wieder von Züchtern unterschiedliche Aussagen über ihre Erfahrungen im Um­gang mit den immer stärker in Mode kommenden LED-Armaturen. In dieser Ausgabe wird uns Bio Bertje seinen Praxistest mit dem energiesparenden Leuchtmittel der Zukunft näher vorstellen:

Liebe Leser, ich bin Bio Bertje aus den Nieder­landen und möchte euch zuerst gerne schil­dern, warum ich mich überhaupt für den Ma­rijuana-Indoor-Anbau entschieden habe. LEDs-01 Vor ein paar Jahren fing ich damit bereits an, weil es für mich viel zu teuer war, im CoffeeShop Gras zu kaufen. Darum wollte ich mein eige­nes Weed ziehen, nicht zuletzt, weil immer mehr Gerüchte in meinem Umfeld die Run­de machten, das Gras in den CoffeeShops sei übel gestreckt oder mit gesundheitsschäd­lichen Pestiziden (Pflanzenschutzmitteln) verunreinigt. So konnte ich nun selber entscheiden, welche Dinge ich beim Züchten ein­setzen will. Ich habe es dann auch selbst in der Hand, welches Medium ich zum Beispiel verwende und da ich organische Komponen­ten bevorzuge, habe ich mich natürlich für hochwertige Erde entschieden. Wie ich meine Pflanzen dünge oder ob und wann ich welche Schädlingsbekämpfungsmittel einsetze, liegt ebenfalls an mir selber.

Das ist jedoch nicht der Hauptgrund für mei­nen Indoor-Anbau. Da ich in erster Linie Ma­rijuana gegen meine Krankheitssymptome verwende, ist es für mich extrem wichtig, sauberes, sprich schadstoffarmes Gras zu rauchen. Nach langer Suche fand ich einen Arzt, der mir schließlich ein Rezept für me­dizinisches Cannabis ausstellte. Das medi­zinische Gras aus der Apotheke entsprach zwar meinen Anforderungen, doch leider war es ebenfalls auf Dauer unbezahlbar für mich. Zudem hat das Medi-Weed letztendlich nicht den gewünschten Effekt. Also gab es tatsäch­lich mehr als einen Grund, mich mit eigenem medizinischem Marijuana zu versorgen — denn meine Pflanzen sind meine Medizin!

Nun zum LED-Test: Bei meinem LED-Test ver­wende ich eine professionelle 350-Watt-LED­Spectrabox mit passendem LED-Steuerlicht. Die LED-Spectrabox ist eine Leuchtarmatur, die verspricht, eine herkömmliche Natrium-Hochdrucklampe (HPS), die von den meisten Indoorgrowern verwendet wird, zu ersetzen. So soll die Spectrabox sowohl die optimale Lichtintensität, als auch das geeignete Licht­spektrum aufweisen, das genau auf die Indoo­rbedingungen abgestimmt sei, sowohl in der Wachstums- als auch in der Blütephase. Ge­rade in der Blütephase sprechen sich viele er­fahrene Züchter gegen den Einsatz von LEDs aus. So heißt es allgemein, das Licht der LEDs in der LEDs-02 Blütephase lässt die Blüten nicht voll ausreifen, was wiederum keine nennenswerte Erntemenge erwarten lässt, erst recht nicht zu vergleichen mit der Ausbeute bei einer Natri­um-Hochdrucklampe. Um dies zu überprüfen, starte ich nun meinen LED-Test.

Ich passe meine Growbox an, entferne die HPS-Armatur und hänge stattdessen die 350-Watt-LED-Spectrabox mit passendem LED-Steuerlicht hinein. Das geht einfach, da ich nur zwei Schraubhaken anbringen muss und fertig ist die Montage. Das Steuerlicht ist eine neue Erfindung, die den ganzen Tag (sprich 24 Stunden) laufen kann und die so den Wachs­tumszyklus der Pflanzen verstärkt, ohne ne­gative Begleiterscheinungen zu verursachen. Nach kurzer Zeit fällt mir jedoch auf, dass meine LED-Box eigentlich viel zu hoch hängt, denn die LED-Armatur verströmt kaum Wärme und kann deshalb auch keine Verbrennungen an den Pflanzen verursachen. So kann das Leuchtmittel mit minimalem Abstand über den Pflanzen platziert werden, was wiederum zu einer erhöhten Lichtausbeute führt. Meinen alten Aktivkohlefilter und den dazugehörigen Absauger habe ich nicht entfernt, sondern für die Blütephase hängen gelassen.

Als erstes checke ich nun, wie es sich bei der Keimung von Samen unter LED verhält. Dazu messe ich den pH-Wert meines Leitungswas­sers und stelle den Wert mit Hilfe von Zitro­nensäure auf pH 6 ein (in den Niederlanden liegt der Leitungswasserwert meist bei pH 8.5). Ich fülle ein Glas mit diesem Wasser und gebe io Starberry-Samen von Hortilab (regu­läre — kein feminisiertes Saatgut) zum Keimen hinein. Einen Tag später lassen sich bereits erste Keimsymptome erkennen ... Nun wer­den sie in Jiffis eingetopft und kommen bei 18 Stunden Licht unter die Lampe.

An der Rückseite der LED-Armatur befinden sich zwei Schalter, mit denen sich wahlwei­se die Farben der LEDs steuern lassen. Einer für die Blüte (rote LEDs), der andere für Blü­te-Booster (noch mehr rote LEDs!). Ich schalte während der Wachstumsphase nur den er­sten Schalter hinzu. Die blauen LEDs für das Wachstum sind sowieso immer eingeschaltet und lassen sich nicht

ausschalten. Sobald die blauen LEDs leuchten, schaltet sich zudem ein kleiner Ventilator an. Nach 3 Tagen sieht man die ersten kleinen Sämlinge. Weitere 4 Tage später sind die Jiffis durchwurzelt und die Sämlinge werden teils in 6,5-Liter-Töpfe und zum anderen Teil in 7,5-Liter-Smartpots umgetopft. Ich verwende dazu Anzuchterde, die nicht stark gedüngt ist, um das Wurzel­wachstum nicht zu beeinträchtigen. Die Pflan­zen kommen erneut unter die LED-Box und wachsen kompakt mit erstaunlich kurzen Internodien und stabilen Stän­geln weiter. Innerhalb von 3 Wochen haben sie am Rand eine Höhe von ca. 3o cm und in der Mitte eine Höhe von 20 cm erreicht. Die LEDs hingen jedoch zu hoch, weshalb die Pflanzen nun ein unregelmä­ßiges Erscheinungsbild ab­geben. Ein Abstand von 5o cm (statt 20 cm) ist also besser, um das Licht gleichmäßiger auf die Pflanzen zu verteilen!

Da ich noch genügend Platz in meiner Growbox habe, kau­fe ich eine zweite LED mit 150 Watt und lasse nun par­allel eine zweite Sorte (The Purps von BC-Bud-Depot aus Kanada) wachsen. Ich lasse die Purps genauso wachsen wie die Starberries, halt nur 3 Wochen später. Deshalb sind die Pflänzchen jetzt noch deutlich kleiner, weshalb die neue Lampe auch etwas tief­er hängt. Sie entwickeln sich mit 5o cm Höhenabstand sehr schön, innerhalb von 4 Wochen sind sie 35 cm hoch gewachsen. Die Starberries stehen jetzt 2 Monate unter den LEDs und sind nun 65 cm hoch. Auch hier lässt sich deutlich erkennen, dass der Höhenabstand der LEDs von 5o cm zu den Pflanzen ein gleichmäßigeres Wachstum bedeutet. Die Pflanzen haben sich in der Wachstumsphase unter den LEDs zu­friedenstellend entwickelt und ich konnte kei­nen Unterschied zu den Natrium-Hochdruck-Lampen erkennen.

Start der Blüte: Meine Pflanzen sehen ge­sund und sehr gut aus. Die Starberries sind jetzt 8o cm hoch und die Purps 6o cm, Zeit die LEDs von 18 Stunden auf 12 Stunden Licht zu setzen. Da ich mit regulären Samen arbeite, achte ich nun genau darauf, rechtzeitig alle männlichen Pflanzen zu se­lektieren. Nach einer Woche Blütezeit beginnen die Purps an allen Internodien schöne Blüten zu bilden und nach zwei Wochen kann ich bei al­len Nodien erste Blüteanzei­chen erkennen. Diese Ent­wicklung schreitet schnell voran, denn nach vier Wo­chen ist fast der ganze Stän­gel mit Blüten zugewachsen. Die Purps riechen wunder­bar, sehr süß, wie Bonbons. Die Starberries gehen et­was langsamer in Blüte. Erst nach zwei Wochen sind die ersten Symptome erkennbar. Die Pflanzen wachsen immer noch weiter bis auf 126 cm hoch! Die Blüten entwickeln sich nun langsam in den un­teren Nodien. Erst nach vier Wochen sind sie in dem Sta­dium, in dem die Purps schon zwei Wochen zuvor waren. Das liegt jedoch an der un­terschiedlichen Genetik der Pflanzen und nicht an den LEDs. Starberry hat einen hö­heren Sativa-Anteil.

Tot dan, groetjes van Bio Bertje.

Unser Fazit: Leider lassen sich auch durch die Erfahrungen, die uns Bio Bertje schildert, die Bedenken bezüglich LEDs in der Blütepha­se nicht ausräumen. Dass LED für die Wachs­tumsphase geeignet ist, steht außer Frage, für die Blütephase lassen sich jedoch mit HPS-Lampen (Natrium-Hochdrucklampen) augenscheinlich und unbestritten bislang die besseren Resultate erzielen. Wenn man dazu in Betracht zieht, dass Bio-Bertje mit seiner 350-Watt-LED-Box, sowie der zweiten zusätz­lichen 150-Watt-LED-Box beinahe soviel Ener­gie verbraucht hat, wie mit einer 600er HPS, stehen die hohen Anschaffungskosten für die LEDs in keinem Verhältnis, zumal die Größe der Buds bei weitem nicht mit denen unter Na­trium-Hochdruck-Licht zu vergleichen ist. Hier muss und wird sich in den nächsten Jahren si­cher noch viel bewegen ...

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