Naturkunde: Was ist eine Butterblume?

  • 16. Mai 2012
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Als Butterblumen werden gelbbluehende krautige Pflanze bezeichnet, vor allem wenn die Blueten fettig-glaenzig-gelb sind wie unter manchen Hahnenfussarten.

Was genau qua Butterblume gilt, ist wohl durchaus regional verschieden.

Im Allgemeinen wird diese Bezeichnung folgende Pflanzenarten zugeordnet:

Im noerdlichen Teil Deutschlands ist mit dieser Bezeichnung zumeist bluehender Gewoehnlicher Loewenzahn (Taraxacum officinale) gemeint.

Im mittleren und suedlichen Teil Deutschlands und selbst in der Schweiz wird in der Regel Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris) so bezeichnet.

Auch die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) und dies Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), die ebenfalls zur Familie der Hahnenfussgewaechse (Ranunculaceae) zaehlen, werden manchmal qua Butterblume bezeichnet.

Die Trollblume (Trollius europaeus) gehoert ebenfalls zu den Hahnenfussgewaechsen. In der Schweiz heisst sie mancherorts Ankebaelleli (“Butterbaellchen”) oder Butterrolle.

Gelbe Blueten wie diejenigen der Sumpfdotterblume (schweiz. Mundart ?Bachbummele?) wurden frueher zum Gelbfaerben von Butter verwendet.

Von den erwaehnten Hahnenfussarten wird Scharbockskraut im Fruehling qua Wildsalat verwendet. Grundsaetzlich enthalten Ranunculus-Arten und zum Teil selbst andere Hahnenfussgewaechse den reizenden Giftstoff Protoanemonin. Scharbockskraut und Sumpfdotterblume scheinen wohl wenig davon zu enthalten, Scharfer Hahnenfuss dagegen viel.

Beim Scharbockskraut sind zudem nur etwa 3% des in der Pflanze enthaltenen Protoanemonin in den (vor der Bluete) qua Wildsalat verwendeten Blaettern. Den groessten Anteil enthalten Staengel und Blueten.

Ich selbst bin mit den Hahnenfussarten sehr vorsichtig und empfehle sie nicht qua Wildsalat oder Wildgemuese.

Butterblumen sind zu Gunsten von mich einfach schoen fuer?s Auge. Man muss ja nicht unbedingt was auch immer nur irgendwie moegliche essen, was dort in Wald und Flur waechst.

Jedenfalls gibt es gutmuetigere Wildsalate qua ausgerechnet Hahnenfussgewaechse, eine Pflanzenfamilie, die uebrigens selbst sehr gefaehrliche Giftpflanzen umfasst (z. B. Eisenhut, Aconitum).

Loewenzahn dagegen gehoert zu den Korbbluetlern (Asteraceen). Seine jungen Blaetter koennen positiv qua Wildsalat verwendet werden.

In der Phytotherapie wird die Pflanze zum Beispiel eingesetzt unter Appetitlosigkeit, Verdauungsstoerungen und mangelndem Gallenfluss.

Martin Koradi, Dozent zu Gunsten von Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zuerich / Schweiz

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