Macht Schokolade wirklich schlank?

  • 8. Mai 2012
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?Schokolade macht schlank?. So oder aehnlich betitelten verschiedene Tageszeitungen und Wochenmagazine vor kurzem Berichte via eine einschlaegige Studie der Universitaet von Kalifornien in San Diego / USA:

?Die Praeventionsmedizinerin Beatrice Golomb hat gemeinsam mit Kollegen von der University of California in La Jolla mehr qua tausend Erwachsene untersucht und zu ihren Schokoladen-Gewohnheiten gefragt. Dabei zeigte sich, dass jene Probanden, die haeufiger Schokolade assen, im Durchschnitt schlanker waren. Wer sogar mehrmals in der Woche zur suessen Tafel griff, so dies ueberraschende Ergebnis, war und blieb duenner.

Die Forscher vermuten, dass sich Inhaltsstoffe der Kakaobohne positiv aufwaerts den Stoffwechsel kombinieren Effekt haben und dies Hantel guenstig beeinflussen.?

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ernaehrung-schokolade-kann-schlank-machen-1.1318798

Nun kann allerdings eine solche Studie zwar moegliche Zusammenhaenge transparent machen (Korrelation: wer Schokolade isst, ist schlanker), nie aber kombinieren ursaechlichen Zusammenhang belegen (Kausalitaet: Schokolade macht schlank). Waehrend solche Einschraenkungen in den Studien selbst in der Regel erwaehnt werden, fehlen sie unter der Weiterverbreitung in den Medien sehr haeufig.

Dass Wechselbeziehung nicht dies Gleiche ist z.B. Kausalitaet, hat am Exempel der erwaehnten Studie eine Pressemitteilung der Initiative ?Unstatistik des Monats? anschaulich erlaeutert.

Waehrend eine Wechselbeziehung nur eine Partnerschaft zwischen Merkmalen beschreibt, handelt es sich unter der Kausalordnung um kombinieren ursaechlichen Zusammenhang, danach um Ursache und Wirkung. Zwei Merkmale nennt man dabei ?positiv korreliert?, wenn sie sich mehr oder weniger systematisch in die selbe Richtung bewegen: Steigt die eine, steigt in der Regel selbst die andere. Faellt die eine, faellt selbst die andere. Ein Exempel zu Gunsten von eine positive Wechselbeziehung ist dies Verhaeltnis von Koerpergroesse und Gewicht. Grosse Menschen wiegen im Allgemeinen mehr qua kleine; nicht zwingend in jedem Einzelfall, jedoch im grossen und ganzen schon. Eine negative Wechselbeziehung liegt dagegen immer dann vor, wenn hohe Werte des kombinieren Merkmals mit tiefen des anderen zusammengehen und umgekehrt. So zeigt sich etwa unter Maennern eine hohe negative Wechselbeziehung zwischen dem Einkommen und der Zahl der Haare aufwaerts dem Kopf: Je weniger Haare, desto mehr Geld.

Daraus folgt jedoch nicht, dass Maenner durch Haarausfall ihr Einkommen steigern koennen, danach ein kausaler Zusammenhang besteht. Diese negative Wechselbeziehung entsteht dadurch, dass unter Maennern mit wachsendem Alter in der Regel dies Einkommen steigt und die Haare ausfallen. Eine dritte Variable im Hintergrund, dies Lebensalter, wirkt danach ursaechlich aufwaerts Einkommen und Haare ein. Zwischen den beiden Ausgangsvariablen selbst dagegen existiert keinerlei Kausalzusammenhang.

Aehnlich koennte es sich selbst mit der Haeufigkeit des Schokoladenkonsums und dem Hantel verhalten. Moeglicherweise belohnen sich manche Menschen zu Gunsten von kombinieren Verzicht aufwaerts eine Currywurst oder fette Schweinesteaks mit einem kleinen Bissen Schokolade? Auf diese und aehnliche Hintergrundvariablen, die eine solche negative Wechselbeziehung verursachen koennten, weisen die Autoren der Studie durchaus hin. Aber z.B. unter so vielen wissenschaftlichen Untersuchungen werden diese Zusatzinformationen in der medialen Aufarbeitung weggelassen.

Sollte tatsaechlich eine Kausalbeziehung existieren, waere die eher in umgekehrter Richtung zu vermuten: dicke Menschen versuchen, die Kalorienzufuhr da zu vermeiden, wo es ihnen eher leichtgewichtig faellt, und schlemmen drum weniger Schokolade.

Quelle:

http://www.rwi-essen.de/forschung-und-beratung/fdz-ruhr/unstatistik-des-monats/

Kommentar & Ergaenzung:

Bei der Beurteilung der Ueberzeugungskraft von Studien ist es zentral zu unterscheiden, ob es sich um eine Beobachtungsstudie, die nur Korrelationen transparent machen kann, oder um eine klinische Studie (Randomisiert, placebokontrolliert, doppelblind), die Kausalitaeten aufzeigt.

Und was genau ist die Initiative ?Unstatistik des Monats??

?Der Berliner Ballen Psychologe Gerd Gigerenzer, der Bochumer Volkswirtschaftler Thomas Bauer und der Dortmunder Statistiker Walter Kraemer haben im Jahr 2012 die Initiative ?Unstatistik des Monats? ins Leben gerufen. Sie werden jeden Monat sowohl juengst publizierten Zahlen qua selbst deren Interpretationen hinterfragen. Die Initiative will so dazu beitragen, mit Daten und Fakten vernuenftig umzugehen, in Zahlen gefasste Abbilder der Wirklichkeit stichhaltig zu interpretieren und eine immer komplexere Welt und Umwelt sinnvoller zu beschreiben.?

Quelle: http://www.rwi-essen.de/forschung-und-beratung/fdz-ruhr/unstatistik-des-monats/

Allerdings scheint mir die Bezeichnung ?Unstatistik? zu Gunsten von die beschriebene ?Schokolade-Studie? nicht passend. Aus der Pressemitteilung geht jedenfalls nil hervor, was aufwaerts schlechte Statistik hindeuten wuerde. Problematisch ist hier die verkuerzte Wiedergabe der Studie in den Medien.

Martin Koradi, Lehrender zu Gunsten von Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zuerich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung zu Gunsten von Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar zu Gunsten von an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kraeuterexkursionen in den Bergen / Heilkraeuterkurse

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