Wirkstoff aus Garten-Wolfsmilch gegen aktinische Keratose getestet

  • 21. März 2012
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Ein Wirkstoff aus der Garten-Wolfsmilch Euphorbia peplus, einer in Europa weit verbreiteten Pflanze, koennte sich qua Medikament zur Heilverfahren der aktinischen Keratose eignen. Die US-Arzneibehoerde FDA hat vor kurzem ein Praeparat zugelassen, dies in einer Studie im New England Journal of Medicine (2012; 366: 1010-1019) vorgestellt wurde.

Die aktinische Keratose ist eine unter hellhaeutigen Personen weit verbreitete Praekanzerose. Zwei Drittel aller Spinalzellkarzinome sollen sich aufwaerts der Basis einer aktinischen Keratose entstehen. Auch wenn nicht genau publiziert ist, wie viele aktinische Keratosen sich zum Karzinom weiter gedeihen und dies Spinaliom unter rechtzeitiger Entfernung in der Regel kein Risiko darstellt, wird allgemein die Heilverfahren der aktinischen Keratose empfohlen.

Von zahlreichen Patienten wird die Heilverfahren der aktinischen Keratose selbst gewuenscht, vor allem weil sie sich in der Regel an UV-exponierten, also sichtbaren Hautstellen befindet. Linie im Gesicht sind wohl der gegenwaertig bevorzugten Behandlung, der Kryochirurgie enge Grenzen gesetzt, zumal sie eine Narbe hinterlaesst. Andere lokale Behandlungen wie Imiquimod oder Fluorouracil koennen sehr langwierig sein.

Die Therapie mit Ingenol, dies der Produzent aus Euphorbia peplus gewinnt, erzielte dagegen schon zu zwei- bis dreimaliger Benutzung eine gute Wirkung. Dies sollen vier Studien belegen, deren Resultate die Menschenschar um Neil Swanson von der Oregon Health and Science University in Portland zusammengefasst hat.

Die Laesionen, die unter 547 Patienten den Gebiet von Gesicht oder Kopfhaut betrafen und sich unter 458 Patienten an Armen oder Schiffskoerper befanden, waren in den Studien mit einem Gel therapiert worden, dies entweder Ingenol oder keinen Wirkstoff enthielt. Im Gel zu Gunsten von Gesicht oder Kopfhaut lag Ingenol in 0,015-prozentiger Konzentration vor. Es wurde an drei Tagen aufgetragen. Das Gel zu Gunsten von Arme und Schiffskoerper enthielt Ingenol in 0,05-prozentiger Konzentration und wurde an zwei Tagen aufgetragen.

Die Wirkung des Ingenol-Gels wurde mehrmals beurteilt, zuletzt am Tag 57. Bei dieser Schlussuntersuchung hatten sich 42,2 v. H. der Laesionen aufwaerts Gesichts- oder Kopfhaut vollwertig zurueckgebildet (gegenueber Placebo mit 3,7 Prozent). Auf den Armen und am Schiffskoerper wurde unter 34,1 v. H. der Probanden eine vollstaendige Clearance erreicht (Placebo 4,7 Prozent).

In den ersten Tagen der Heilverfahren kam es allerdings zu lokalen Entzuendungsreaktionen, die aufwaerts einer Skala von 0 bis 24 die Intensitaet von 9,1 in Gesicht und Kopfhaut, beziehungsweise 6,8 an Armen oder Schiffskoerper erreichte. Diese Entzuendungsreaktionen bildeten sich unter den Patienten wohl intrinsisch weniger Wochen zurueck. Die Wissenschaftler schliessen jedoch nicht aus, dass es unter verstaendigen aufwaerts Patienten zu einer dauerhaften Depigmentierung und zu einer minimalen Narbenbildung kommen kann.

Ein Hersteller aus Daenemark bekam aufgrund der Resultate im Januar 2012 eine Zulassung durch die US-Arzneibehoerde FDA. Zu einer allfaelligen Einfuehrung in Europa machte die Firma keine Angaben.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49540/Pflanzlicher-Wirkstoff-beseitigt-aktinische-Keratose

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1111170m

Kommentar & Ergaenzung:

Interessante Studie, wohl noch nicht einsetzbar, solange keine Zulassung qua Medikament in Europa vorliegt.

Von irgendwelchen Selbstversuchen mit Garten-Wolfsmilch wuerde ich jedenfalls mit Nachdruck abraten. In der Familienbande der Wolfsmilchgewaechse finden sich naemlich eine ganze Zahl von potenten Giftpflanzen.

?Der unter manchen Arten vorhandene Milchsaft (Latex) ist oft toxisch und dient qua Wundverschluss und Frassschutz. Unter den Inhaltsstoffen sind die hautreizenden Di- und Triterpenester erwaehnenswert.

Die Samen und der Milchsaft enthalten giftiges Euphorbon. Diese nach sich ziehen eine starke oertliche Reizwirkung aufwaerts die Pelle und die Schleimhaeute mit Gewebszerstoerung. Augenverletzungen sind besonders gefaehrlich.?

(Quelle: Wikipedia)

Bekannte Vertreter aus der Familienbande der Wolfsmilchgewaechse sind der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima, selbst Adventsstern, Christstern oder Poinsettie genannt), der Christusdorn (Euphorbia milii), der Kautschukbaum (Hevea brasiliensis, Gummibaum), der Rizinus (Wunderbaum, Ricinus communis, Quelle zu Gunsten von Rizinusoel), der Lichtnussbaum (Aleurites moluccana, Quelle von Kukuinussoel), die Gattung Manihot (bekannt unter Trivialnamen wie Maniok, Mandioka, Kassava oder in Lateinamerika Yuca).

Die Garten-Wolfmilch wird schon seit laengerem zu Gunsten von die Benutzung in der Dermatologie erforscht. So erschien bereits 2011 eine Studie zur Heilverfahren von weissem Hautkrebs mit Garten-Wolfsmilch:

?Der Saft der in vielen Gaerten vorkommenden Garten-Wolfsmilch ist offenbar zu Gunsten von die Heilverfahren von weissem Hautkrebs geeignet. Wissenschafter raten jedoch von Selbstversuchen ab, dort der Behandlungsansatz sich noch in einem fruehen Stadium befindet und es zu Irritationen der Pelle kommen kann, wie es im British Journal of Dermatology heisst.?

Quelle: http://www.medical-tribune.ch/deutsch/news/news.php?monat=01.2011

Der weisse Hautkrebs gehoere nicht zu den schwersten Formen der Krankheit. Er sei jedoch dennoch sehr weit verbreitet. Allein in Grossbritannien entfalle laut BBC ein Drittel aller Krebsdiagnosen aufwaerts ebendiese Krebsform, zu der Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome gehoeren. In den meisten Faellen sei es moeglich, weissen Hautkrebs mittels eines chirurgischen Eingriffes, Einfrieren oder einer speziellen Form von Lichttherapie zu behandeln.

?Bei manchen Menschen versagen ebendiese Behandlungsmethoden jedoch oder erweisen sich qua nicht passend. An der Studie nahmen Patienten teil, die in ebendiese Menschenschar fallen. Sie wiesen insgesamt 48 Laesionen auf. Alle wurden mit dem Saft von Euphorbia peplus behandelt, der drei Tage hintereinander einmal pro Tag aufwaerts die Pelle aufgetragen wurde.?

Quelle: http://www.medical-tribune.ch/deutsch/news/news.php?monat=01.2011

Pflanzensaft aus der Garten-Wolfsmilch sei ein uraltes Heilmittel, heisst es weiter in dem Bericht.

?Die Wissenschaftler versuchten, seine Wirkung jetzt im Rahmen eines klinischen Tests zu ueberpruefen. Nach einem Monat hatten 41 der 48 Laesionen aufwaerts die Heilverfahren reagiert. Keine Spur eines Tumors konnte mehr nachgewiesen werden. Patienten, die nur teilweise aufwaerts die Heilverfahren reagiert hatten, wurde eine zweite Heilverfahren angeboten. Die Laesionen, die positiv aufwaerts eine Heilverfahren reagiert hatten, wurden zwischen zwei und 31 Monate weiter beobachtet.

Nach durchschnittlich 15 Monaten wiesen zwei Drittel der Laesionen immer noch eine vollstaendige Reaktion aufwaerts die Heilverfahren auf. Die Wissenschaftler erklaerten, dass jetzt gross angelegte Studien klaeren muessten, ob Ingenol-Mebutat, der Wirkstoff im Pflanzensaft, einen neuen Behandlungsansatz ermoeglicht.?

(Quelle: http://www.medical-tribune.ch/deutsch/news/news.php?monat=01.2011)

In diesem Zusammenhang stellt sich natuerlich die Frage, was Betroffene mit solchen Meldungen machen, die einerseits Hoffnungen wecken, eine andere Sache ist wohl richtigerweise selbst den Index enthalten, dass die Forschungen noch im Fruehstadium ausplaudern und eine Benutzung daher noch nicht moeglich ist.

Martin Koradi, Lehrender zu Gunsten von Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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